Blog der Physiotherapie Praxis Birgel / Reutlingen

7 erforschte Ernährungs-Regeln die Entzündungen senken

Ganz oft kommen Schmerzen in unserem Körper von Entzündungen.

Täglich sehe ich mindestens 7 Patienten in meiner Physiotherapie-Praxis in Reutlingen, die durch Verletzungen, Operationen oder scheinbar grundlos eine Entzündung haben.

Meist erkennt ein Fachmann noch bevor er tastet oder auch nur ein Wort gewechselt hat, wenn die typischen Entzündungs-Zeichen an einem Gelenk vorhanden sind.

Rötung, Schwellung, erhöhte Temperatur, Schmerz und eingeschränkte Funktion werden in jedem Lexikon als die 5 Entzündungs-Merkmale beschrieben.

Und jeder kennt sie, denn bestimmt haben Sie auch mindestens einmal Ihren Fuß umgeknickt oder eine Entzündung am Hand- oder Kniegelenk behandelt.

Aber wissen Sie, welche Entzündungen viel gefährlicher sind und im Laufe der Zeit einen viel gewaltigeren Schaden anrichten, als die großen Verletzungen?

Es sind die kleinen, versteckten und ständig ablaufenden Entzündungen, die unseren Körper chronisch zerstören wollen.

Diese legen in unseren kleinsten Zellen einen Flächenbrand, der über Jahre unbemerkt lodern kann und nicht nur Gelenke enorm angreift.

Es gilt also, nicht nur die sichtbaren Entzündungen zu bekämpfen, sondern dafür zu sorgen, dass Ihre tiefen Gefäße, Drüsen, Gelenke und all die feinen Strukturen von Entzündungen frei bleiben.

Leider denken wir Menschen oft zu kurzfristig und auch mir wurde vor 10 Jahren lieber Cortison für meine roten Hautausschläge verschrieben, anstatt mich über langfristige Änderungen in meiner Lebensweise aufzuklären.

Ich sage nicht, dass Cortison oder Ibuprofen immer schlecht ist, nein.

In vielen Fällen können sie Entzündungen heilen, aber nur wenn es anders nicht
mehr ausreicht.

Die bessere Variante ist eine gesunde Lebensweise mit ausreichend Bewegung und einer entzündungssenkenden Ernährung.

Nachdem ich meine Achsel mit Cortison eingecremt hatte, klang der Ausschlag
immer eine Weile ab, gleichzeitig wurde meine Haut aber dünner, kaputter und
nach zwei Tagen war sie wieder feuerrot.

Erst als ich angefangen hatte, meine Ernährung zu hinterfragen und diese bunter zu gestalten, konnte ich die Cortison-Salbe in die Tonne klopfen und nach ein paar Wochen, war meine Haut wieder so glatt und straff, wie sie bei einem Jungspund aussehen muss.

Damit Sie Entzündungen bekämpfen können oder diese vorbeugen, zähle ich Ihnen gleich die wichtigsten Säulen einer entzündungshemmenden Ernährung auf, die ich seit damals herausgefunden habe.

Diese können nicht nur helfen, Schmerzen zu lindern, sondern lassen Sie auch vitaler fühlen, wenn Sie gerade schmerzfrei sind.

Kurzum: diese 7 Regeln sind für alle Menschen gewinnbringend und ich empfehle jedem, diese in die tägliche Ernährung einzubauen:

1. Fettschlaue Ernährung

Das Verhältnis von Omega 6 zu Omega 3 Fettsäuren muss in einer Balance sein
(zwischen 2:1 bis 4:1).

In den westlichen Ländern liegt es bei ca. 10:1!

Omega 6 fördert Entzündungen, Omega 3 senkt sie, also erhöhen Sie die Omega-3-Fettsäuren und reduzieren Sie die Omega-6-Fettsäuren.

Omega-3 erhöhen:

  • Viel Fisch (3x pro Woche eine gute Portion z. B. Makrele, Hering, Wildlachs). Wenn Sie kein Fisch mögen, können Sie ergänzend 2 Fischölkapseln täglich nehmen.
  • Gute Speiseöle verwenden. Speiseleinöl ist besonders optimal und Sie sollten ruhig 3 Teelöffel täglich unerhitzt aufnehmen. Ihre Salatsoße können Sie ganz einfach mit Olivenöl und Speiseleinöl kombinieren.
  • Essen Sie zu jeder Mahlzeit viel Gemüse, da dieses mehr Omega-3-Fettsäuren als Omega-6-Fettsäuren enthält und damit Ihre Bilanz verbessert.
  • Essen Sie eine Handvoll Nüsse (v.a. Walnüsse) täglich.

Omega-6 reduzieren:

  • Streichen Sie alle Pflanzenöle mit hohem Omega-6 Anteil von Ihrer Einkaufsliste (kein Distelöl, Sonnenblumenöl, Sojaöl).
  • Meiden Sie Fertigprodukte, da diese mit Omega-6 überladen sind.
  • Reduzieren Sie Ihren Getreidekonsum. Zu viel davon schadet, da Getreideprodukte das Verhältnis der Fettsäuren beeinflussen und dadurch Entzündungen fördern können. Nudeln und Brot sollten Sie also nicht zu üppig aufladen.

Zu viel Getreide, insbesondere Weizen sorgt nicht nur für vermehrte Entzündungen, sondern auch für verstärkten Knorpelabbau und begünstigt Arthrose-Schmerzen.

Desweiteren sollten Sie Milchprodukte nur in Maßen konsumieren. Reine Milch empfehle ich maximal 1 Glas täglich zu trinken.

Joghurt, Quark, Buttermilch, Käse (nicht zu fettig) sind hingegen sehr gesund und förderlich.

Und als letzter Punkt zu den Fettsäuren:

Meiden Sie große Mengen an Arachidonsäure. Arachidonsäure findet sich nur in tierischen Lebensmitteln, wobei gemästete Tiere (hoher Weizenanteil) eine viel höhere Konzentration enthalten, als Tiere aus Freilandhaltung.

Vermeiden Sie also Wurst und verzehren Sie Fleisch nur selten.

Rind und Wild aus Freiland- und Bio-Haltung sind am besten und können Sie
1-2 mal pro Woche genießen.

Ein Ei pro Tag ist dazu auch förderlich, wenn dieses aus Freilandhaltung stammt.

2. Viel pflanzliche Kost und Obst

Steigern Sie Ihren Verzehr von pflanzlichen Lebensmittel, denn diese enthalten viele entzündungssenkende Bioflavonoide und senken nachweislich das Entzündungsprotein CRP.

Pflanzen sollten die Hauptspeise sein, Fleisch besser nur die genussvolle Beilage.

Im Grunde genommen sind alle Pflanzenarten genial für Ihre Gesundheit, doch wenn es im Kampf gegen Entzündungen geht, gibt es ein paar nennenswerte Spitenreiter: Beeren, Zwiebel, Knoblauch, Brokkoli und Tomaten drücken Entzündungen nämlich besonders intensiv herunter.

Ein wichtiger Tipp ist Tomaten besser gekocht als frisch zu essen.

Der Wirkstoff Lycopin kann aus einer rohen Tomate sehr schlecht aufgenommen werden, weshalb Sie nur knallrote, reife Tomaten kaufen und diese am besten gekocht oder gebacken verzehren sollten (Lycopinform wandelt sich dann um und wird viel besser aufgenommen).

Natürlich sind die eigen angepflanzten Tomaten bedeutend besser als die Supermarkt-Tomaten, die für den langen Transportweg viel zu früh (halbreif) geerntet werden.

Leich umsetzbar ist außerdem mein Extra-Tipp:

Essen Sie täglich 1 EL Tomatenmark, da nur vollreife Tomaten hierfür eingesetzt werden, die enorm viel Lypocin liefern.
Achten sie darauf, das dieses zuckerfrei ist und nur etwas Salz enthält
und kaufen sie kein Billig-Produkt zweiter Klasse.

3. Frische Kräuter

Immer mehr Studien zeigen die Wirkung von Kräutern gegen Entzündungen und Schmerzen.

Greifen Sie möglichst vielfältig zu, denn alle Arten haben andere Inhaltsstoffe, deren heilende Wirkung die chinesische und indisch traditionelle Medizin schon viel länger nutzt.

Geben Sie Kräuter erst in Ihre Mahlzeit, wenn Sie den Topf vom Herd genommen haben, da die Wirkstoffe sonst verkocht und verloren gehen.

Auch ganz frisch können Sie gerne immer ein paar Blättchen naschen, wenn Sie an Ihren Kräutertöpfen vorbeigehen.

Und gut zu wissen: Im Winter können Sie gefrorene Kräuter in Bioqualität verwenden, denn diese sind kaum schlechter als die frisch gepflücken.

4. Gewürze

Das Gewürze gesund sind ist sicher kein Geheimnis, aber wussten Sie, dass die hohe Kurkuma-Verwendung in Indien für eine deutlich geringere Krebsrate im Vergleich zu westlichen Ländern verantwortlich gemacht wird?

Aber nicht nur 1 TL Kurkuma täglich hat umgemein viele positive Eigenschaften auf Ihr Wohlbefinden, sondern es gibt noch weitere Gewürze, die vor allen Dingen Entzündungen und Schmerzen regelrecht auslöschen können:

Täglich 30-40 g. frischer Ingwer oder 1-2 TL Ingwerpulver kann laut vieler Studien Arthrose-Schmerzen genauso gut lindern, wie Schmerzmittel. Dazu können Chilis viele Heilprozesse entfachen.

Ich empfehle Ihnen täglich zu mindestens einer Mahlzeit 1-3 kleine frische oder getrocknete Schoten zu essen. Damit die Wirkstoffe besser vom Darm aufgenommen werden, sollten Sie diese zerbrechen oder außen anritzen.

Am Angang sind die feurigen Schoten nicht so einfach zu essen, allerdings können Sie sie auch ganz einfach am Stück wie eine Tablette schlucken.

Ich finde, man merkt dann nur wenig von der Schärfe und erhält trotzdem die entzündungshemmende, fettverbrennende und schmerzsenkende Wirkung.

Zu diesen Wirkungen kann Ihnen ein weiteres Gewürz noch etwas positives dazugeben:

½ TL Zimt am Tag senkt hingegen vieler Mythen den Blutzuckerspiegel und bekämpft Entzündungen (besonders gesund ist der Ceylon-Zimt).

Vielleicht fragen Sie sich jetzt, wie Sie all diese vielen Gewürze an einem Tag aufnehmen sollen, ohne dass Ihre Küche zu einem Chemie-Labor wird und Sie penibel jede 5 Minuten etwas zubereiten müssen.

Eine einfache Lösung ist das Zubereiten eines Gewürzquarks nach Dr. Feil, der Ihre gut gewürzten Speisen optimal ergänzt.

Sie können diese Gewürz-Bombe mehrmals die Woche essen oder bei Arthrose sogar täglich verzehren.

Das Rezept finden Sie in einem weiteren Blog-Artikel.

5. Dunkle Schokolade

Dunkle Schokolade ist ein kleines Wundermittel für Ihre Gesundheit. Zwar hat sie nicht wenige Kalorien und Sie sollten sie in Maßen genießen, allerdings bringt sie ein ganzes Paket an Eigenschaften mit, die Ihre Gesundheit fördern.

Was die dunkle Schokolade so gesund macht ist der Kakao, der viele Flavonoide enthält. Dieser sekundäre Pflanzenstoff macht die Gefäße elastischer und wirkt leicht blutdrucksenkend.

Dadurch wir das Herz-Kreislaufsystem unterstützt und Sie wirken mit regelmäßigem Verzehr, Herzinfarkten, sowie Schlaganfällen entgegen.

Angeblich soll dunkle Schokolade sogar auf unsere Zellen einen schützenden Einfluss haben. Nicht nur die nachgewiesen älteste Frau der Welt (122 Jahre aus Frankreich, mittlerweile verstorben) hat jeden Tag dunkle Schokolade gegessen, sondern auch eine neue Untersuchung kommt zu einem beachtlichen Ergebnis:

Eine Gruppe älterer Menschen, die sechs Monate ein moderates Sportprogramm absolvierte und dabei regelmäßig dunkle Schokolade konsumierte, hatte im Vergleich zu einer Gruppe, die das nicht gemacht hat, die doppelte Anzahl an Telomeren (Zell-Endkappen, die einen entscheidenden Einfluss auf unseren Alterungsprozess haben). Zusammgengefasst hatte die aktive-Schokoladen-Gruppe eine um 15 Jahre verjüngte Zelle.

Ich empfehle Ihnen aufgrund dessen, jeden Tag ein bis drei Stücke mit möglichst hohem Kakaoanteil zu essen. Anfangs können Sie sich mit einem 70 % Kakaoanteil an den Geschmack gewöhnen und dann langsam versuchen auf mindestens 90 % zu gehen. Mir schmeckt sogar die 99 % Schokolade zu einem Kaffee mittlerweile richtig gut, probieren Sie es aus.

6. Vitamin-D

Vitamin-D erfüllt enorm viele Funktionen in Ihrem Körper und es ist sogar so, dass jedes Ihrer Organe Rezeptoren für Vitamin-D besitzt.

Allein diese Tatsache zeigt an, welche große Rolle eine ausreichende Zufuhr spielt. Sorgen Sie also dafür, dass Sie nicht in einen Mangel kommen, sondern sich genügend dem gesunden Tageslicht aussetzen, Nahrungsmittel mit viel Vitamin-D essen (z. B. fettreicher Fisch) und ausreichend ergänzen.

Um Ihre Entzündungs-Feuerwehr in Betrieb zu setzen, sollten Sie daher unbedingt zwischen Oktober und März zusätzlich 800 i. E. (internationale Einheiten) an Vitamin-D pro Tag einnehmen.

In den restlichen Monaten können Sie dann die Zufuhr etwas runterfahren oder sogar aussetzen, wenn Ihr  Ihr Blut untersucht wurde und einen optimalen Vitamin-D Spiegel aufweist.

7. Entzündungssenkend Trinken

Entzündungen werden durch Zucker und gesüßte Getränke unnötig zum Wachstum angeregt. Cola, zu viel Milch und alle gezuckerten Limonaden sollten Sie aus Ihrem Leben verbannen, wenn Ihnen ein vitaler Körper wichtig ist.

Selbst Smoothies und Säfte enthalten eine unnatürlich geballte Ladung an Fruchtzucker und verwandeln unsere Leber langsam aber sicher zur Fettleber. Genießen Sie diese Getränke also nur selten und sehen Sie sie als absolut seltenes Genussmittel an.

Welche Getränke sind gegen Entzündungen förderlich?

Am besten trinken Sie fast ausschließlich Wasser, Kaffee und Tee und gönnen sich maximal 2 mal pro Woche einen trockenen Rotwein, wenn Sie diesen mögen.

Hervorzuheben ist grüner Tee, da dieser wirklich starke Dienste leistet, um aufkeimende Entzündungen zu eliminieren. Es gibt eine Tee-Sorte, die richtig zubereitet doppelt so viele Catechine (Antioxidantien) enthält, als die gewöhnlichen Teebeutel im Supermarkt.

Welche das ist und wie Sie diesen genau zubereiten, damit er diese bedeutend stärkere Wirkung entfalten kann, beschreibe Ich Ihnen in einem weiteren Blog-Artikel.