Warum Sie fasten sollten

Haben Sie sich schon bewusst gemacht, wie einfach wir heute an Nahrung kommen und was für ein Überangebot wir an Lebensmittel haben?

Es ist doch wirklich so, dass wir an jeder Ecke zum Schnell-Imbiss gehen können und im Supermarkt Früchte bemerken, deren Name man zweimal lesen muss, bevor man versucht, ihn auszusprechen.

Einerseits sollte man diesen Luxus schätzen, andererseits führen genau diese Möglichkeiten dazu, dass immer mehr, schon jüngere Menschen, mit zu viel kalorienreicher Nahrung auf Ihre Gesundheit einprügeln.

Unser Stoffwechsel ist auf dramatische Weise mit unserer heutigen, permanenten Nahrungszufuhr überfordert.

Eine interessante Möglichkeit sich gegen diese Überfressung zu stellen und seine Ernährung gesünder zu gestalten, ist das Anwenden von Fasten.

Fasten wirkt für den menschlichen Organismus wie ein Heilmittel und bietet 6 besondere Vorteile:

1. Wenn Sie zeitbegrenzt essen und beispielsweise 16 Stunden fasten, stabilisieren Sie Ihren Tag-Nacht-Rhythmus.

Unsere Organe arbeiten genetisch über den Tag verteilt unterschiedlich aktiv.

Wenn Sie ständig essen, werden die Organe in Ihrem natürlichen Rhythmus gestört und deren Zellen werden sozusagen aus dem Schlaf gerüttelt.

Halten Sie dagegen längere Phasen ohne Essen ein, können die Organe viel effizienter ihre Arbeit verrichten und nicht nur Ihr Schlaf kann sich bemerkbar verbessern.

Unser Körper tickt ideal, wenn die Rhythmen Dunkel und Hell, sowie Essen und Fasten optimal im Einklang sind.

Schon im englischen Wort “breakfast” steckt die Idee:
Die Nacht ist eine kurze Fastenperiode, die man am Morgen bricht.

2. Wenn wir aufhören ständig nebenher zu snacken, verhindern wir nicht nur einen andauernden Wachstums- und Alterungsprozess, sondern bringen ein geniales Selbstreinigungsprogramm unserer Zellen zum Laufen (= Autophagie).

In vielen unserer Zellen sammelt sich Mikroschrott in Form von geschädigten Eiweißen und anderen Zellbestandteilen an, die unser Körper bereits nach 14 bis 16 Stunden anfängt, wegzufressen.

Diese Generalüberholung kann unser Gehirn nachts sogar so reinigen, dass Stoffe, die im Verdacht stehen Alzheimer zu verursachen, regelrecht aus dem Gehirn herausgespült werden.

Ist das nicht ein erstaunlicher Effekt, den Sie sich zu Nutze machen sollten?

Doch das ist längst nicht alles…

3. Neuere Studien brachten hervor, dass sich Fasten positiv auf unsere Darmflora auswirkt und unser Immunsystem stärkt.

Als wahres “Reset-Programm” wirkt es dadurch positiv auf Autoimmunerkrankungen, wie Rheuma und Multiple Sklerose ein.

Vor allem Entzündungen in den Gelenken gehen oftmals deutlich zurück, was man auch
an Mäusen mehrfach beobachtet hat.

4. Fasten spart Kalorien ein, wodurch wir Fett verbrennen, belastendes Gewicht verlieren und unsere Insulinsensitivität verbessert wird.

Es gibt Untersuchungsergebnisse, die beachtliche Verbesserungen der Insulinfunktion bei
Diabetikern aufzeigen (manche konnten Diabetes sogar vollständig loswerden!).

Hinzu kommt, dass sich ein geplanter Nahrungsverzicht positiv auf unseren Bluthochdruck auswirkt und diesen messbar senken kann.

5. Fasten kann eine starke emotionale Wirkung entfalten.

Wir spüren eine gewisse Selbstwirksamkeit, wenn wir es schaffen, so eine schwierige Phase durchzustehen und diszipliniert zu bleiben.

Außerdem werden mehr Serotonin (macht uns zufrieden) und Endorphine ausgeschüttet, welches die Euphorie erklärt, von der viele Menschen berichten.

6. Wir kalibrieren die Wertschätzung unseres Essens neu und werden uns bewusster, dass Essen langsam und genussvoll sein muss und wir nicht immer schnell etwas verschlingen sollten, nur um unseren Tank aufzufüllen.

Wie wenden Sie das Fasten am effektivsten an?

Lange Phasen mit mehreren Tagen der Essensunterbrechung haben durchaus Ihre Berechtigung und das bekannte Fasten nach Otto Buchinger kann generell empfohlen werden.

Das einzige, was ich daran mit einem kritischen Auge betrachte, ist die Tatsache, dass beim längeren Fasten ein Muskelabbau passiert, der nicht von der Hand zu weisen ist.

Und nicht zuletzt aus diesem Grund empfehle ich Ihnen ein Intervallfasten, das Sie fortlaufend als eine Art Lebenseinstellung praktizieren.

Es ist nämlich genau wie beim Sport: Der Nutzen ist viel größer, wenn Sie regelmäßig dranbleiben und nicht nur einmal im Jahr für eine Woche ein Programm durchziehen.

Führen Sie das Intervallfasten in einer Weise aus, die sich gut für Sie anfühlt und sich leicht in Ihr Leben integrieren lässt.

Ganz egal, ob Sie 8 Stunden essen und 16 Stunden pausieren (16/8 Methode)
oder
5 Tage essen und 2 Tage verzichten:

Sie werden davon profitieren.

Ich persönlich mache es am Wochenende, weil ich da weniger körperlich anstrengende Arbeit verrichte.

Das heißt, ich lasse samstags und manchmal auch sonntags mein Frühstück weg (Wasser, Kaffee oder Tee ist erlaubt).

Wenn es für Sie besser passt, können Sie aber genauso einfach Ihr Abendessen streichen.

Und wenn Sie dann möchten, können Sie zu diesem fortlaufenden System, ab und zu ein tagelanges Fasten ergänzen und ein Tag im Monat oder eine Woche im Jahr eine Kur durchführen.

Im Alltag ist es außerdem sinnvoll, wenn Sie zu all diesen geplanten Phasen auch immer mal ganz flexibel ein paar Stunden ohne Nahrung einbauen.

Früher war es gängig, dass wir nur drei Mal am Tag gegessen haben und schon in der Steinzeit gab es viel längere Perioden, in denen der Tisch leer blieb.

Was heute nur noch wenige aushalten, ist für uns Menschen viel gesünder als dieser unendliche Überschuss und wir sind von Natur her, viel mehr genau dafür ausgelegt.

Ich denke, dass dies sogar ein entscheidender Faktor ist, warum es einige Menschen aus der eigentlich harten Kriegszeit gibt, die steinalt werden.

In jedem Fall können Sie sich nun freuen, ein Gegenmittel für viele Krankheiten an der Hand zu haben, das unglaublich wirksam ist und Sie ganz ohne Druck anwenden können.

Ich wünsche Ihnen viel Freude und spürbare Erfolge beim Umsetzen des Fastens.