Warum Ihr Gelenk eingeschränkt ist und sich nicht voll bewegen lässt

Gelenk - Beweglichkeit eingeschränkt

Bestimmt haben Sie bei einer Geburtstagsfeier oder einem Betriebsfest auch schon einmal jemanden über ein „steifes Gelenk“ klagen hören.

Aus irgendeinem Grund lässt sich das Knie Ihres Sitznachbarn einfach nicht mehr ganz durchstrecken oder der Arm geht nicht hoch, beim Glas aus dem Schrank holen.

Vielleicht konnten Sie etwas aus eigener Erfahrung ins Gespräch einbringen oder haben sogar aktuell mit solch einem Problem zu kämpfen?

Die Antwort, warum es nach einer Ruhigstellung oder einfach ohne scheinbaren Grund zu solchen Einschränkungen der Beweglichkeit kommt, werde ich in diesem Bericht aufdecken.

Dazu erfahren Sie was zu tun ist, um diese mysteriösen Gelenkblockaden zu lösen.

In der Ausbildung zum Physiotherapeuten lernt man, dass der Grund für solch eine Blockade ein zu harter, kurzer Muskel ist, der einfach nicht zulässt, dass Sie sich frei wie in Kindertagen bewegen können.

Wenn man diesen dann weich knetet, läuft alles wieder wie geschmiert und als Therapeut kann man sich zurücklehnen und die Lobeshymnen genießen.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es sehr selten so einfach klappt und es durch alleinige Bearbeitung des Muskels nur zu geringem Erfolg kommt.

Der Grund für eine Gelenksperre

Der wirkliche Grund für eine Sperre in Ihrem Gelenk ist eine beleidigte Gelenkkapsel. Die aus Bindegewebe bestehende Umhüllung schützt unsere Gelenke und verkürzt sich, wenn etwas nicht stimmt, um Ruhe für die Heilung zu gewährleisten.

Manchmal ist diese Verkürzung Teil einer starken Entzündung (Arthritis) und geht mit heftigen Schmerzen einher.

In anderen Fällen kann diese aber auch sehr gering und von außen mit bloßem Auge nicht erkennbar sein. Betroffene Patienten spüren dann nur ein nicht vollständig „durch-streckbares“ Gelenk ohne jeglichen Schmerz.

Gelenk - SchemaAll das ist meistens Folge eines Gelenks, das mechanisch verletzt ist, zu schwach muskulär geführt wird oder eine lange Ruhigstellung erfahren hat.

Ist die Kapsel einmal eingeschränkt, kann sogar eine andere Person z.B. Ihren Arm nicht mehr „passiv“ hoch bewegen, denn es entsteht ein harter Anschlag und man hat das Gefühl gegen Beton zu stoßen.

Trotz dieser Tatsache lohnt es sich, gelassen zu bleiben und zu wissen, dass man selbst nach jahrelanger Einschränkung noch eine Verbesserung erreichen kann.

Oft löst sich eine Kapselverkürzung sogar innerhalb eines Jahres von selbst wieder auf, allerdings bleiben häufig Resteinschränkungen vorhanden, die sich ohne manuelle Therapie nicht mehr verbessern.

Und wollen Sie wirklich ein Jahr auf Besserung warten? Die Wenigsten!

Es gibt Patienten, die erwarten, dass ein jahrelanges, chronisches Leiden innerhalb von zwei Behandlungen weg sein muss.

Dies ist aber ein anderes Thema und es stellt sich Ihnen jetzt viel eher die Frage, was genau Sie machen können, um wieder frei beweglich zu sein und Ihr Problem zu lösen.

Und hier kommt die Antwort:

Maßnahmen um die volle Beweglichkeit zu erreichen

In der Physiotherapie erwärmen wir Ihr eingeschränktes Gelenk auf 38,5°C (um 1°C) und dehnen dann die Gelenkkapsel.

Dieses Vorgehen kommt aus der Kollagen-Forschung und kann ca. 2° mehr Beweglichkeit pro Behandlung bringen.

Physiotherapie - Gelenkbeweglichkeit
Bewegungseinschränkungen lassen sich gut erfassen und verbessern

Daheim müssen Sie dazu ebenfalls die Eigenschaften des Bindegewebes respektieren und unbedingt alle 1-3 Stunden für mindestens 5 Minuten selber dehnen.

Die gedehnte Kapsel tendiert andernfalls dazu, in die ursprüngliche Form zurückzukehren.

Ähnlich wie bei einer Muskeldehnung, zeigen wir Ihnen genau, in welchem Winkel Sie diese Übungen durchführen sollten, um langanhaltend Verbesserung zu erzielen.

In fast allen Fällen liegt eine Gelenkeinschränkung also an einer verkürzten Kapsel. Bei konsequenter Dehnung und Ausführung der Heimübungen haben wir bisher sehr oft eine vollständige Genesung erreichen können.

Nun ist klar was zu tun ist und Sie können mit Wissen glänzen, wenn Ihnen das nächste Mal jemand über ein „steifes Kniegelenk“ erzählt ...