Blog der Physiotherapie Praxis Birgel / Reutlingen

Warum Zucker eine Katastrophe ist

Jeder von uns kennt das Verlangen nach Zucker. Wenn man Kinder beobachtet, kann man als geübter Elternteil schon an deren Mimik den Zuckergehalt des Lebensmittels präzise abschätzen, welches sie mit großen Augen anschauen.

Zucker ist ein wahres Suchtmittel und kann enorme Schäden in unserem Körpersystem anrichten.

Wenn ich in dieser Mail von Zucker rede, meine ich den weißen, kristallförmigen Zucker, den man auch als Haushaltszucker bezeichnet und wir zum Backen oder verfeinern unseres Kaffees verwenden.

Es gibt nämlich eine Menge verschiedener Zuckerarten und das Biest begegnet uns manchmal ziemlich versteckt, so als wäre es in geheimer Mission.

Der typische Zucker aus dem Supermarkt besteht aus zwei Bestandteilen (Fructose und Glucose) und ist somit ein Zwitterwesen, worin schon ein Großteil des Verhängnisses liegt.

Umgangsprachlich wird Fructose als Fruchtzucker und Glucose von vielen als Traubenzucker bezeichnet, was aber nicht ganz richtig ist, da beispielsweise eine Frucht generell beide Formen enthält.

Genauso ist die Fructose auch nicht besonders gesund, wie vielfach angenommen wird.

Ganz im Gegenteil: Zucker ist eine ziemliche Katastrophe für Ihren Körper.

Dabei spielt die Dosis und die Geschwindigkeit, mit der Zucker in unsere Zellen geschleust wird, eine bedeutende Rolle.

Ähnlich wie Alkohol wirkt Zucker umso stärker, je schneller er auf unsere Leber trifft.

Wenn Sie eine halbe Flasche Sekt auf nüchternen Magen runterziehen, vertragen Sie dies bekanntlich schlechter, als wenn Sie die exakt gleiche Menge in Begleitung eines 6-Gänge-Gourmet-Menüs genießen.

…hmm da könnte ich doch glatt wieder ins Träumen geraten.

Es gibt sogar noch eine weitere Gemeinsamkeit von Zucker und Alkohol:

Zucker dämpft unsere Stressreaktion, hat eine tröstende und sogar euphorisierende Wirkung, was auch den massiven Schokoladenverbrauch meiner seit kurzem getrennten Nachbarin erklären lässt.

Was unserem Gehirn einen angenehmen Kick verpasst, lässt unsere Leber dafür aber umso mehr leiden.

Gerade die Fructose (angeblich gesündere Teil) wird nämlich im Gegensatz zur Glucose von unserer Leber wie ein Schwamm aufgesogen und zu hohem Anteil als Fett in dieser angelagert.

Warum das so ist, beschäftigt täglich die besten Forscher weltweit.

Wahrscheinlich hat es einen evolutionsbedingten Grund und sollte schon in früher Zeit dem Menschen eine Art „Winterspeck“ verschaffen, was auch erklärt warum Früchte erst kurz vor dem Winter reif werden (= da eine lange Zeit, ohne Essen bevorstehen kann).

Die Fructose legt also einen regelrechten Hebel in Ihrem Körper um, der dafür sorgt, dass alles was Sie dann essen, sofort auf die hohe Kante gelegt und als Fett gespeichert wird.

Aber diese üble Funktion des Zuckers ist längst nicht die einzige und die Nahrungsmittelindustrie nutzt unsere Zuckersucht ganz gezielt aus, um mehr und mehr Geld anzuhäufen.

Zucker ist nicht nur spottbillig, sondern leistet als Suchtmittel hervorragende Dienste.

Da unsere Leber so gern Fructose aufsaugt und als Folge nur noch wenig in unserem Gehirn ankommt, signalisiert uns dieses:

Nimm ruhig noch mehr, damit ich gesättigt werde!

Um unser Gehirn zufriedenzustellen brauchen wir tatsächlich im Vergleich zu reiner Glukose (oder reiner Stärke), die doppelte Menge Zucker.

Die meisten von uns kennen das Phänomen nur allzu gut:

Die Packung Gummibärchen oder der Smoothie machen uns trotz gewaltiger Kaloriendichte
einfach nicht wirklich satt.

Haben Sie sich schon mal gefragt, warum es keine einzige Diät gibt, die Zucker freizügig erlaubt?

Wo es doch sonst so unglaublich viele unterschiedliche Diäten gibt!

Zucker liefert eine hohe Menge an Kalorien ohne irgendwelche Nährstoffe.

Er ist aber nicht nur bedrohlich für unsere Gesundheit, weil er neutral ist oder „leere“ Kalorien liefert, sondern weil er als Stoff an sich schon schadet.

Weitere Negativfolgen sind:

  • Schädigung Blutgefäße (Arteriosklerose) und Entstehung vieler Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Entstehung Diabetes Mellitus Typ 2 (irgendwann hat die Bauchspeicheldrüse keine Lust mehr Insulin zu produzieren, weil sie überlastet ist)
  • Fördert unzählige chronische und entzündliche Krankheiten
  • Fördert Alzheimer und Vergesslichkeit

Erschreckend ist, wie viel schneller Zucker unsere Zellen altern lässt und wie massiv er das Krebswachstum ankurbelt.

Wer täglich nur 235 ml Cola, Fanta, etc. trinkt, dessen Zellalterung ist um 1,9 Jahre vorangeschritten.

Bei einem halben Liter täglich müssen Sie sogar 4,6 Jahre auf Ihre Zellalterung draufpacken.
Und nun setzte ich noch einen drauf:

Wussten Sie, wie man Krebs mit bildgebender Diagnostik sucht und feststellt?

Man spritzt ganz einfach eine Zuckerlösung und kann dann den Krebs dort erkennen, wo der Zucker hingeht.
Muss man da noch was hinzufügen? …ich denke nicht!

Um es aber nochmal einfach und deutlich auszudrücken:

Unsere Krebszellen ziehen Zucker nahezu magnetisch an und lieben ihn ungemein.

Und aus diesen Gründen hat es einen besonderen Wert für Ihre Gesundheit, wenn Sie ab sofort die folgenden 5 Tipps in Ihrer Ernährung anwenden:

  1. Je weniger Zucker Sie essen, desto besser. Essen Sie am besten maximal 50 g. Zucker pro Tag (Empfehlung der WHO)
  2. Verzichten Sie auf Erfrischungsgetränke (die haben so viel Zucker, dass man den Konsum mit dem Legen einer Zuckerinfusion vergleichen kann)
  3. Lernen Sie eine Zurückhaltung bei Süßigkeiten und Fruchtsäften
  4. Süßungsmittel sind auch nicht zu empfehlen, da Sie unser für die Gesundheit extrem wichtiges Mikrobiom im Darm entscheidend stören und nachweislich zu Übergewicht führen.
  5. Wer darauf achtet, dass das Frühstück nicht schon ein Dessert ist und jede Hauptmahlzeit ein verkappter Nachtisch ist, darf seinen Nachtisch umso mehr genießen.

Eine super Regel, die ich schon seit einiger Zeit durchführe:
Gönnen Sie sich maximal 1-mal pro Tag einen Nachtisch oder eine maßvolle Menge an Süßigkeiten.

Man freut sich dann besonders darauf, ist stolz dass man diszipliniert ist, und gönnt seiner Seele auch aus psychologischer Sicht eine kleine Freude am Tag.

Und nun viel Spaß beim Genießen in Maßen.